Energiekonzerne – News Januar 2016

Energiekonzerne

Bild: Windenergie spielt in Deutschland nach wie vor eine große Rolle. Bildquelle: jx1306 – 308270681 / Shutterstock.com

In Deutschland bestimmen vier Riesen-Konzerne den Energiemarkt: E.ON, RWE, die EnBW und die Vattenfall Deutschland, welche eine Tochtergesellschaft des schwedischen Vattenfall-Konzerns ist. Vattenfall und EnBW haben nun ihre Zahlen für das dritte Quartal im Jahr 2015 veröffentlicht. Während die EnBW einen Gewinn von 710,8 Millionen Euro erwirtschaften konnte, verbucht Vattenfall einen herben Verlust von 2,4 Milliarden Euro. Die Zahlen im Überblick.

Vattenfall AG

Energieträgerverteilung (international)

Die Vattenfall AB gab für die Verteilung der Energieträger international bekannt, dass zu 52 Prozent auf fossile Energie gesetzt wird. Damit ist diese Energiequelle konzernintern weiter unangefochten auf Platz eins. Kernenergie macht immerhin noch 22 Prozent der Energiegewinnung aus. Bei den erneuerbaren Energien ist vor allem Wasserkraft auf dem Vormarsch: diese macht mittlerweile 23 Prozent von Vattenfalls Energiegewinnung aus und hat die Kernenergie damit überholt. Windenergie mit zwei Prozent und Biomasse mit einem Prozent sind höchstens Randnotizen in der Konzerngesamtbilanz. Solarenergie taucht bei Vattenfall überhaupt nicht auf.

Konzernbilanz Quartal 3/2015

Für das dritte Quartal im Kalenderjahr 2015 gab die Vattenfall AB nach Abzug von Steuern einen Verlust von 22,2 Milliarden Schwedischer Kronen (SEK) – das entspricht etwa 2,4 Milliarden Euro – bekannt. Als Nettoumsatzerlös vermeldete der schwedische Energiekonzern 119,01 Milliarden Kronen, das sind etwa 12,8 Milliarden Euro.
Bei der Stromerzeugung wurden bis Ende September in 2015 145,4 TWh (Terawattstunden) gezählt. Der Wärmeverkauf wurde auf 16,0 TWh taxiert.

Mitarbeiter

Was die Beschäftigten angeht, kommt der schwedische Konzern nach offiziellen Angaben auf 28.744 Angestellte. Rund 20.000 davon entfallen auf die Tochterfirma Vattenfall Deutschland, die ihren Sitz in Berlin hat. Kundenzahlen gibt es für 2015 noch keine, Stand 2014 sind beim Gasverkauf 1,94 Millionen Menschen bei der Vattenfall, beim Stromnetz verfügt Vattenfall über 3,23 Millionen Kunden. Der Stromverkauf an Privatkunden ist das Flaggschiff beim schwedischen Energieriesen, hier versorgt man 6,15 Millionen Menschen.

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Mitarbeiter

So viele Mitarbeiter wie Vattenfall Deutschland hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG insgesamt auch, nämlich genau 20.094 nach den neuesten Zahlen von Ende September.

Aktionärsstruktur

Als Aktiengesellschaft gibt der Konzern natürlich auch immer die aktuelle Aktionärsstruktur bekannt. Stand 30. September 2015 stellt sich diese folgendermaßen dar: Es gibt zwei Großaktionäre, denen zusammen 93,5 Prozent der Konzernanteile gehören. Die OEW Energie-Beteiligungs GmbH und die NECKARPRI-Beteiligungsgesellschaft mbH halten jeweils 46,75 Prozent der EnBW-Aktien.
Die restlichen 6,5 Prozent teilen sich wie folgt auf: Die Badische Energieaktionärs-Vereinigung hält 2,45 Prozent der Anteile, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG selbst hält 2,08 Prozent. Der Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau hält 0,97 Prozent, der Neckar-Elektrizitätsverband hält 0,63 Prozent. Die restlichen 0,39 Prozent sind Streubesitz.

Konzernbilanz Quartal 3/2015

Für die Aktionäre gut zu wissen: Pro Aktie erwirtschaftete der Energiekonzern, der in Karlsruhe sitzt, bis Ende September einen Gewinn von 2,62 Euro. Insgesamt macht das einen Konzernüberschuss von 710,8 Millionen Euro. Das ist deutlich besser als im selben Zeitraum im Vorjahr – da stand ein dickes Minus von 770,6 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz des Konzerns ging leicht zurück – in den ersten drei Quartalen 2015 stehen hier 15,314 Milliarden Euro zu Buche. Das sind rund 1 Prozent weniger als im vergangen Jahr im selben Zeitraum.

Unternehmensumbau – Energiewende

Der Unternehmensumbau, den das Karlsruher Unternehmen derzeit vornimmt, scheint das operative Geschäft demnach nicht sonderlich zu beeinträchtigen. Nicht zuletzt aufgrund der von der Bundesregierung mittlerweile schon seit fünf Jahren forcierten Energiewende und der damit verbundenen Umstellung auf mehr erneuerbare Energien ist dieser Umbau notwendig geworden. Die EnBW sieht sich laut einer Pressemitteilung auf einem guten Weg bei der Umstrukturierung – man komme damit „gut voran“.

Anteil Energietraeger Stromerzeugung Enbw

Quelle: Eigene Darstellung

Die neuesten Zahlen für die Stromgewinnung gibt es für die EnBW von 2014 – hier liegen die Erneuerbaren Energien bei 12,4 Prozent, damit sogar 0,4 Prozent weniger als noch 2013. Hier zeigt sich also kein spektakuläres Wachstum. Den größten Anteil an der Stromgewinnung hat noch immer die Kernenergie, die im Vergleich zu 2013 auch noch einmal ordentlich zugelegt hat, nämlich von 39,7 auf 43,4 Prozent. Dicht gefolgt ist die Kernenergie von den Fossilen Energien, auf die 41,5 Prozent der Stromgewinnung des Konzerns entfallen. Im Vergleich zu 2013 ist der Anteil dieser Energiequelle aber um 3,5 Prozentpunkte zurückgegangen.

Vorstand

Im Vorstand der EnBW gibt es derweil nicht viel Neues. Die letzte Veränderung gab es hier im Oktober 2012, als Dr. Frank Mastiaux zum Chief Executive Officer und damit zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg. Er ist bis zum 30. September 2017 für das Amt bestellt. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind:

  • Dr. Bernhard Beck, Chief Personnel Officer (seit 1. Oktober 2002 – bis 30. September 2017 bestellt)
  • Thomas Kusterer, Chief Financial Officer (seit 1. April 2011 – bis 31. März 2019 bestellt)
  • Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer, Chief Technical Officer (seit 1. Januar 2012 – bestellt bis 31. Dezember 2016)

Die Vorstände sitzen nicht alle in der Konzernzentrale in Karlsruhe – dort hat nur Konzernchef Frank Mastiaux sein Büro. Beck, Kusterer und Zimmer verteilen sich auf die Standorte Stuttgart, Ettlingen und Steinfeld in der Pfalz.

Stromvergleich:

Nutzen Sie den kostenlosen Vergleichsrechner um Ihre Stromkosten zu senken. Ein Stromanbieter-Vergleich lohnt sich in jedem Fall. Und der Wechsel ist unkompliziert gemacht. Auch Stromanbieter ohne Atomstrom sind im Vergleich enthalten.

Quellen:

  • Pressesprecher der Unternehmen
  • Statista.com (Premium Account)